Imagefilm vorbereiten
Ein misslungener Imagefilm scheitert fast nie an der Kamera. Er scheitert an einem Drehtag, der ohne Plan begonnen hat.
Drei Fragen vor allem anderen
Bevor über Kameras, Drohnen und Musik gesprochen wird, gehören drei Fragen beantwortet. Aus den Antworten ergibt sich fast alles Weitere.
- Wer soll den Film sehen? Kunden, Bewerber, Geschäftspartner – das sind drei verschiedene Filme.
- Was soll die Person danach denken? Ein Satz genügt. Wenn er nicht zustande kommt, fehlt noch etwas.
- Wo läuft er? Startseite, Messestand, Stellenanzeige, Instagram. Davon hängen Länge, Format und Ton ab.
Die Länge
Kürzer, als die meisten denken. Auf einer Website werden zwei Minuten selten zu Ende gesehen – 60 bis 90 Sekunden sind ein guter Rahmen.
Am Messestand oder im Empfangsbereich darf es länger sein: Dort läuft der Film in Schleife, niemand muss ihn am Stück sehen, und er darf ruhiger erzählen.
Für soziale Netzwerke gilt das Gegenteil: unter einer Minute, im Hochformat, und in den ersten drei Sekunden muss etwas passieren.
Das Drehbuch
Ein Imagefilm scheitert fast nie an der Kamera. Er scheitert an einem Drehtag, der ohne Plan begonnen hat – und an einem Schnitt, in dem dann die entscheidende Einstellung fehlt, weil niemand sie bestellt hatte.
Deshalb entsteht vor dem Dreh eine Liste der Einstellungen, in der Reihenfolge, in der später geschnitten wird. Sie sehen sie vorher und können streichen, was Ihnen zu weit geht. Das ist der Moment, in dem Änderungen nichts kosten.
Menschen vor der Kamera
Niemand muss. Es hilft aber sehr: Ein Betrieb wirkt lebendiger, wenn man Menschen bei der Arbeit sieht, als wenn nur Maschinen laufen.
Zwei praktische Punkte:
- Vorher Bescheid sagen. Wer am Drehtag überrascht wird, wirkt überrascht. Ein Hinweis in der Woche davor genügt, damit sich niemand überrumpelt fühlt.
- Einverständnis schriftlich. Wer erkennbar zu sehen ist, unterschreibt eine kurze Erklärung. Die bringen wir mit. Das ist keine Förmlichkeit: Wenn jemand zwei Jahre später den Betrieb verlässt und den Film beanstandet, zählt genau dieses Blatt.
Der Drehtag
Ein normaler Betriebsablauf ist die beste Kulisse. Wir drehen zwischen der Arbeit, nicht statt ihr. Was trotzdem hilft:
- Die Bereiche, die gezeigt werden sollen, vorher aufräumen. Die Kamera sieht mehr als das Auge.
- Eine Ansprechperson benennen, die entscheiden darf. Rückfragen gibt es immer.
- Lärm einplanen. Wo eine Maschine läuft, ist kein Interview möglich – beides braucht getrennte Zeitfenster.
- Einen Ausweichtermin für Außen- und Luftaufnahmen. Wetter lässt sich nicht bestellen.
Drohnenaufnahmen
Über dem eigenen Betriebsgelände in aller Regel unproblematisch. Es gibt aber Sperrgebiete – rund um Flughäfen, über Bahnanlagen, in Naturschutzgebieten – und Abstandsregeln zu Wohnbebauung und Menschen.
Was am jeweiligen Ort gilt, klären wir vor dem Drehtag, nicht am Drehtag. Das ist der Unterschied zwischen einer geplanten Aufnahme und einem abgesagten Termin.
Musik und Rechte
Musik aus dem Radio oder von einer Streaming-Plattform ist keine Option – auch nicht „nur im Hintergrund". Wir verwenden lizenzierte Musik, und die Lizenz richtet sich nach der Nutzung.
Sagen Sie deshalb vorher, wo der Film überall laufen soll. Website und Messestand sind eine Sache, bezahlte Werbung und Fernsehen eine andere – und die Lizenz nachträglich zu erweitern, ist teurer, als sie gleich richtig zu kaufen.
Was Sie am Ende bekommen
Nach einer ersten Schnittfassung und zwei Korrekturrunden liefern wir den Film in den Fassungen, die Sie brauchen:
- die lange Fassung für Website und Messe
- eine kurze im Hochformat fürs Telefon
- auf Wunsch eine stumme Fassung mit Untertiteln – die läuft in sozialen Netzwerken deutlich besser, weil dort die meisten ohne Ton schauen
- Standbilder aus dem Material, die sich als Fotos weiterverwenden lassen
Der letzte Punkt wird oft vergessen und ist erstaunlich nützlich: Bei einem Drehtag entstehen nebenbei Aufnahmen, die eine eigene Fotoproduktion ersparen.