Veredelung: was sie bringt und was sie kostet
Veredelung wirkt, bevor jemand liest. Sie kostet aber auch – und an manchen Stellen macht sie ein Druckerzeugnis schlechter statt besser.
Lacke: der unauffällige Teil
Dispersionslack
Der Standard. Wird direkt in der Druckmaschine aufgetragen, schützt vor dem Abrieb und sorgt dafür, dass frisch gedruckte Bogen nicht aneinander kleben. Kostet fast nichts und ist bei Umschlägen und Flyern oft schon im Preis enthalten, ohne dass jemand darüber spricht.
UV-Lack
Härtet unter UV-Licht aus und ergibt einen deutlich stärkeren Glanz oder ein sattes Matt. Vollflächig aufgetragen wirkt er wie eine dünne Schicht Glas.
Interessanter wird er partiell: Nur das Logo glänzt, der Rest bleibt matt. Das sieht man nicht sofort, sondern erst beim Kippen im Licht – und genau das macht die Wirkung aus.
3D-Relieflack
Wird so dick aufgetragen, dass man ihn mit dem Finger spürt. Eignet sich für Strukturen, Wassertropfen, Schriftzüge. Der Effekt ist stark und deshalb schnell zu viel – ein Element pro Seite ist meistens genug.
Folien: der auffällige Teil
Heißfolienprägung
Eine metallisch glänzende Folie wird mit Hitze und Druck aufs Papier gebracht. Gold und Silber sind die Klassiker, es gibt aber auch Kupfer, Rot, Blau und mattierte Varianten.
Weil dafür ein Prägestempel angefertigt wird, kostet die erste Auflage mehr als die zweite. Bei Visitenkarten, Einladungen und Jubiläumsschriften lohnt es sich trotzdem: Ein geprägtes Logo fühlt sich an wie ein Versprechen.
Blindprägung
Dasselbe Verfahren, nur ohne Folie. Das Motiv wird ins Papier gedrückt – farblos, nur als Relief. Zurückhaltend und wirkungsvoll, besonders auf ungestrichenem Papier mit spürbarer Struktur.
Vivid Toner: Weiß, Gold und Silber im Digitaldruck
Unser Digitaldrucksystem kann zusätzlich zu den vier Grundfarben Weiß, Gold, Silber und Klarlack drucken. Das klingt technisch, hat aber eine sehr praktische Folge: Auf dunklem oder farbigem Papier lässt sich damit überhaupt erst etwas Helles drucken.
Und weil es Digitaldruck ist, geht es ohne Prägestempel und ohne Mindestauflage. Fünfzig Karten mit Goldschrift sind damit machbar – im Heißfolienverfahren wäre das unwirtschaftlich.
Wann Veredelung schadet
Nicht alles, was geht, ist sinnvoll. Drei Fälle, in denen wir abraten:
- Was beschrieben werden soll. Auf UV-Lack hält kein Kugelschreiber. Ein Formular, ein Bestellschein, eine Karte mit Notizfeld: kein Lack an dieser Stelle.
- Was gelesen werden soll. Glänzender Lack auf einer Textseite spiegelt und ermüdet die Augen. Für Innenseiten bleibt es bei matt oder gar nichts.
- Wenn alles glänzt. Partieller Lack wirkt, weil er einen einzelnen Punkt heraushebt. Wird die ganze Seite veredelt, hebt sich nichts mehr heraus – und man hat für einen Effekt bezahlt, der nicht auffällt.
Was das für Ihr Angebot bedeutet
Veredelung ist fast immer ein zusätzlicher Arbeitsgang, oft an einer zweiten Maschine. Das kostet Zeit, und Zeit ist der größere Posten als das Material. Faustregel: Je kleiner die Auflage, desto stärker fällt die Veredelung ins Gewicht – bei 250 Visitenkarten kann sie den Preis verdoppeln, bei 5.000 Broschüren macht sie wenige Prozent aus.
Sagen Sie uns beim Angebot, welche Wirkung Sie wollen, nicht welches Verfahren. „Soll wertig wirken, wird viel angefasst" führt zu einem besseren Vorschlag als „bitte mit UV-Lack".