Was eine Website kostet – und warum
Zwischen 1.000 und 50.000 Euro ist alles im Angebot. Der Unterschied liegt selten im Design – sondern in vier Posten, die man auf den ersten Blick nicht sieht.
Warum die Spanne so groß ist
Es gibt Baukastensysteme im Monatsabo und es gibt Projekte, die fünfstellig werden. Beides heißt „Website". Der Unterschied liegt fast nie im Aussehen – sondern in vier Posten, über die im Angebot oft gar nicht gesprochen wird.
Nach unten hat die Spanne allerdings einen Boden. Unter etwa 1.000 Euro lässt sich keine Website bauen, die den Namen verdient – dafür sind allein Struktur, Texte, Bilder und die rechtlichen Pflichtteile schon zu viel Arbeit. Wer weniger anbietet, verkauft eine Vorlage mit ausgetauschtem Logo oder rechnet einen Teil später nach.
1. Die Inhalte
Der größte und am meisten unterschätzte Posten. Technik ist planbar, Inhalte sind es nicht.
Wenn Texte, Bilder und Struktur vorliegen, ist eine Website schnell gebaut. Wenn sie erst entstehen müssen, dauert es – und zwar unabhängig davon, wer sie schreibt. Bei den meisten Projekten, die sich hinziehen, liegt es genau daran, und nicht an der Programmierung.
Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach: Sind Texte enthalten? Sind Fotos enthalten? Wer besorgt die Bildrechte? Ein günstiges Angebot ohne Inhalte ist kein günstiges Angebot.
2. Der Umfang
Nicht die Anzahl der Seiten entscheidet, sondern die Anzahl der verschiedenen Arten von Seiten. Fünfzig Unterseiten nach demselben Muster sind weniger Arbeit als fünf Seiten, die alle anders aufgebaut sind.
Grobe Orientierung, ohne Anspruch auf Genauigkeit:
| Vorhaben | Was den Aufwand treibt |
|---|---|
| Onepager | Alles auf einer Seite, eine Gestaltung, ein Text |
| Unternehmens-Website | Fünf bis fünfzehn Seiten, drei bis vier Seitentypen |
| Website mit Redaktionssystem | Dazu: Schulung, Rechte, Vorlagen für spätere Seiten |
| Onlineshop | Zahlung, Versand, Steuern, Rechtstexte, Warenwirtschaft |
3. Was hinter der Oberfläche steckt
Zwei Websites können identisch aussehen und sich völlig unterschiedlich verhalten. Diese Punkte kosten Arbeit und sieht man dem fertigen Ergebnis nicht an:
- Ladezeit. Bilder in der richtigen Größe, in modernen Formaten, nichts Überflüssiges. Eine Seite, die drei Sekunden lädt, verliert Besucher, bevor sie etwas gesehen haben.
- Barrierefreiheit. Bedienbar mit Tastatur, vorlesbar per Screenreader, ausreichende Kontraste. Seit Juni 2025 für viele Unternehmen Pflicht.
- Datenschutz. Ob ein Cookie-Banner nötig wird, entscheidet sich beim Bauen, nicht danach. Wer fremde Schriften, Karten und Videos einbindet, braucht eines – und verliert damit einen Teil der Besucher schon beim ersten Klick.
- Suchmaschinen. Eigene Titel und Beschreibungen für jede Seite, saubere Adressen, strukturierte Daten. Das ist Fleißarbeit, und sie unterbleibt bei günstigen Angeboten fast immer.
4. Was danach kommt
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal hinstellt. Es fallen dauerhaft an: Domain und Hosting, bei einem Redaktionssystem regelmäßige Updates, Sicherung, gelegentliche Änderungen.
Bei einer statischen Website ist dieser Posten sehr klein, weil es nichts zu aktualisieren gibt. Bei WordPress ist er größer – dafür können Sie selbst Inhalte pflegen. Beides ist legitim; wichtig ist nur, dass es im Angebot steht und nicht ein Jahr später überrascht.
Woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen
- Ein Preis ohne Rückfragen. Wer eine Website anbietet, ohne gefragt zu haben, was sie leisten soll, hat geraten.
- Platz-1-Versprechen. Niemand kann Google-Platzierungen zusagen. Wer es tut, verkauft etwas anderes als Ehrlichkeit.
- Keine Angabe, wem die Domain gehört. Die Domain sollte auf Sie laufen, nicht auf die Agentur. Sonst wird ein Anbieterwechsel zur Verhandlung.
- Miete ohne Ausstieg. „Website ab 49 € im Monat" ist manchmal fair und manchmal ein Vertrag, aus dem Sie nichts mitnehmen können. Fragen Sie, was Ihnen nach der Kündigung gehört.
Was wir Ihnen stattdessen sagen
Wir nennen keine Preisliste, weil sie auf kein einziges Projekt passen würde. Schildern Sie in zwei Sätzen, was die Website leisten soll – Sie bekommen eine Einschätzung zu Aufwand, Ablauf und Preis. Und wenn ein Baukasten für Ihren Fall die vernünftigere Lösung ist, sagen wir das auch.