Logo-Dateiformate: welches wofür
Die häufigste Verzögerung bei neuen Aufträgen ist ein Logo im falschen Format. Fünf Minuten Lesen ersparen zwei Tage Warten.
Der entscheidende Unterschied: Vektor oder Pixel
Alle Formate zerfallen in zwei Gruppen, und fast jedes Problem entsteht daran, dass jemand die falsche Gruppe erwischt hat.
Vektordateien beschreiben das Logo als Formeln: Linien, Kurven, Flächen. Sie lassen sich beliebig vergrößern – vom Kugelschreiber bis zur Hausfassade – ohne dass etwas unscharf wird.
Pixeldateien bestehen aus einem Raster einzelner Bildpunkte. Sie haben eine feste Größe. Vergrößern heißt hier: Die vorhandenen Punkte werden größer gerechnet, und das sieht man.
Kurz: Ein Vektorlogo kann alles, ein Pixellogo kann eine Größe. Deshalb fragen wir bei neuen Kunden immer zuerst nach der Vektordatei.
Die Formate im Einzelnen
| Format | Art | Wofür |
|---|---|---|
| SVG | Vektor | Website – klein, scharf, beliebig skalierbar |
| EPS | Vektor | Druckereien, Werbetechnik, Stickerei |
| AI | Vektor | Arbeitsdatei aus Illustrator, das Original |
| beides | Universell – kann Vektor enthalten, muss aber nicht | |
| PNG | Pixel | Bildschirm, wenn der Hintergrund durchsichtig sein soll |
| JPG | Pixel | Fotos. Für Logos ungeeignet |
Warum JPG bei Logos Ärger macht
JPG kann keine Transparenz. Ein Logo im JPG hat immer einen Hintergrund – meist weiß – und dieser weiße Kasten taucht überall dort auf, wo das Logo nicht auf weißem Grund stehen soll.
Dazu kommt die Komprimierung: JPG spart Speicher, indem es Details wegrechnet. Bei einem Foto merkt man das kaum, an einer scharfen Logokante entstehen sichtbare Schlieren. Und weil bei jedem Speichern neu komprimiert wird, werden die Schlieren mit jeder Runde schlimmer.
Was welcher Dienstleister braucht
- Druckerei: EPS oder PDF mit Vektorpfaden, Farben in CMYK oder als Sonderfarbe angelegt. Schriften in Pfade umgewandelt – dann kann keine Ersatzschrift einspringen.
- Werbetechnik: EPS oder AI. Der Plotter schneidet entlang der Pfade; aus einem Pixelbild kann er nichts schneiden.
- Stickerei: Vektor als Ausgangsmaterial, daraus wird eine eigene Stickdatei erzeugt. Feine Linien und Verläufe lassen sich nicht sticken – dafür braucht es oft eine vereinfachte Fassung des Logos.
- Website: SVG. Es ist meist kleiner als ein PNG, bleibt auf jedem Bildschirm scharf und lässt sich sogar per CSS einfärben.
- Office und Präsentationen: PNG mit transparentem Hintergrund, in ausreichender Größe. SVG kann Word nicht überall zuverlässig.
Welche Fassungen ein Logo braucht
Ein Logo ist selten eine Datei. Für den Alltag brauchen Sie in der Regel:
- die Hauptfassung in Farbe
- eine einfarbige Fassung in Schwarz – für Stempel, Faxformulare, Gravuren
- eine negative Fassung in Weiß – für dunkle Hintergründe
- je nach Logo eine Kurzfassung ohne Zusatz, etwa nur das Signet für kleine Flächen
Jede davon als Vektor und zusätzlich als PNG. Das sind acht bis zwölf Dateien – klingt nach viel, ist einmal angelegt und danach nie wieder ein Thema.
Wenn nur ein Pixellogo da ist
Kommt oft vor, besonders wenn die Gestaltung Jahre zurückliegt und die Agentur von damals nicht mehr erreichbar ist. Dann zeichnen wir das Logo nach – als echte Vektordatei, nicht als automatische Umwandlung.
Der Unterschied ist erheblich: Eine automatische Vektorisierung übernimmt jede Unsauberkeit des Originals und erzeugt Kurven mit hunderten Stützpunkten. Von Hand nachgezeichnet wird das Logo sauber, klein in der Datei und an den Rundungen wieder rund.
Der Aufwand hängt von der Komplexität ab. Ein Schriftzug mit einfacher Form ist in einer Stunde erledigt, ein verschnörkeltes Wappen kann einen halben Tag brauchen. Wir sagen Ihnen vorher, in welchem Bereich wir liegen.