Werbeartikel auswählen
Der Katalog hat zehntausende Artikel. Das ist keine Hilfe, sondern ein Problem – es sei denn, man geht in der richtigen Reihenfolge vor.
Zuerst der Anlass, dann der Artikel
Wer im Katalog anfängt, verliert sich. Zehntausende Artikel, alle bedruckbar, alle irgendwie nett. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge – erst der Anlass, dann die Auswahl.
Streuartikel
Für Messen, Tage der offenen Tür, Veranstaltungen. Wird in großer Zahl verteilt, an Menschen, die man nicht kennt. Hier zählt der Stückpreis, und der Artikel muss zwei Dinge können: sofort verständlich sein und leicht genug, dass man ihn mitnimmt.
Kundengeschenk
Für Menschen, mit denen Sie zusammenarbeiten. Kleinere Menge, höherer Wert pro Stück, Wirkung beim Auspacken zählt. Hier wäre ein billiger Kugelschreiber ein Fehler – nicht wegen des Preises, sondern weil er die Wertschätzung untergräbt, die er ausdrücken soll.
Arbeitsmittel
Der unterschätzte Fall: ein Artikel, den der Empfänger bei der Arbeit braucht. Zollstock, Cuttermesser, Aufmaßblock, Eiskratzer. Wird jeden Tag in die Hand genommen und trägt dabei Ihren Namen.
Team-Ausstattung
Textilien, Jacken, Caps für die eigenen Leute. Wirkt nach innen wie nach außen. Hier lohnt sich Qualität besonders – ein Poloshirt, das nach fünf Wäschen ausleiert, macht keine Werbung, sondern das Gegenteil.
Drei Fragen zum Artikel
- Wird er benutzt? Das ist der einzige Maßstab, der zählt. Ein Artikel in der Schublade hat einmal gewirkt – beim Übergeben.
- Passt er zu Ihnen? Ein Handwerksbetrieb mit Zollstock ist glaubwürdig. Derselbe Betrieb mit Designer-Kugelschreiber wirkt geliehen. Der Artikel sagt etwas über den Absender, bevor jemand das Logo liest.
- Steht er da, wo Ihr Kunde arbeitet? Eine Tasse steht monatelang auf dem Schreibtisch, eine Powerbank liegt in der Tasche, ein Aufkleber klebt am Werkzeugkoffer. Nähe zum Arbeitsplatz schlägt Originalität.
Das Verfahren entscheidet mit
Wie das Logo auf den Artikel kommt, hängt vom Material ab – und das Verfahren bestimmt wiederum, wie viele Farben möglich sind und wie fein das Motiv sein darf.
| Verfahren | Material | Zu beachten |
|---|---|---|
| Siebdruck | Kunststoff, Textil | Je Farbe ein Arbeitsgang – viele Farben werden teuer |
| Digitaldruck | ebene Flächen | Mehrfarbig und mit Verläufen, auch kleine Mengen |
| Lasergravur | Metall, Holz, Glas | Farblos, dafür dauerhaft – überlebt den Artikel |
| Stickerei | Textil | Wirkt hochwertig, feine Linien gehen verloren |
| Tampondruck | gewölbte Flächen | Für Kugelschreiber, Feuerzeuge, Rundungen |
Ein filigranes Logo mit Verlauf lässt sich sticken – aber nicht gut. Deshalb gehört zu einem ordentlichen Corporate Design auch eine vereinfachte, einfarbige Fassung des Logos.
Mengen und Zeiten realistisch planen
Mindestmengen hängen am Artikel, nicht am Wunsch: Kugelschreiber beginnen oft bei 100 Stück, Textilien bei 25, hochwertige Einzelstücke manchmal bei einem.
Bei den Lieferzeiten wird es öfter knapp, als man denkt. Lagerware aus europäischen Lägern braucht meist zehn bis vierzehn Werktage inklusive Veredelung. Was eigens produziert wird oder aus Fernost kommt, braucht sechs bis zwölf Wochen.
Für Weihnachtsgeschenke heißt das: im Sommer entscheiden, nicht im November. Und kalkulieren Sie zehn Prozent Reserve ein – eine Nachbestellung mit 50 Stück kostet fast so viel wie die ersten 500.
Zur Nachhaltigkeit, ehrlich
Es gibt inzwischen viel: Trinkflaschen aus Edelstahl statt Plastik, Textilien aus Bio-Baumwolle, Notizbücher aus Recyclingpapier, Stifte aus Holz. Das ist gut und wird zunehmend nachgefragt.
Der ehrlichste Satz dazu bleibt trotzdem: Der nachhaltigste Werbeartikel ist der, den jemand wirklich benutzt. Ein Streuartikel, der nach einer Woche im Müll landet, wird auch aus Recyclingmaterial nicht gut. Lieber weniger Stück und dafür etwas, das bleibt.